Reisemedizin


Präventiver Gesundheitsschutz bei beruflich bedingten Reisen


Eine gründliche Vorbereitung auf die berufsbedingte Reise erspart viele „Überraschungen“ und bedarf eines gewissen zeitlichen Vorlaufs. Bitte vereinbaren Sie frühzeitig einen Termin.

Die arbeitsmedizinische Untersuchung nach G35 bei Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen (insbesondere sub- tropische Regionen zwischen 30°nördlicher und 30°südlicher Breite) ist vor Aufnahme der Tätigkeit aufgrund den Rechtsnormen (ArbMedVV) vorgeschrieben. Bei kumulativen Arbeitsaufenthaltenvon 3 Monaten in einem Jahr ist die arbeitsmedizinische Vorsorge ebenso notwendig.

Bei einer arbeitsbedingten Erkrankung in den Tropen steht die Frage nach Entschädigungsansprüchen und Anerkennung einer möglichen Berufskrankheit im Raum. Deshalb empfehlen wir eine gute Dokumentation der Kranheitssymptome und eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Unfallversicherung. Die arbeitsmedizinische Untersuchung schließt die Erfassung des Gesundheitsstatus ein und wird ergänzt durch Laboruntersuchungen, EKG, Belastungs EKG.

Falls Sie zu einer Patientengruppe gehören, die einer ständigen ärztlichen Kontrolle durch den Hausarzt oder Spezialisten bedürfen, möchten wir Sie bitten relevante medizinische Unterlagen zur arbeitsmedizinischen Untersuchungen mitzubringen. Dies ermöglicht uns eine Orientierung hinsichtlich Medikation, Verlaufsparameter und dem Schweregrad Ihrer Vorerkrankung.

Das höchste Risiko bei Reisen ist der Verkehr ! Daneben gilt es, Ihre individuelle Gesundheitskondition mit den möglichen Gesundheitsrisiken abzuwägen.

Wir beraten Sie zu:

  • Reisetauglichkeit, z.B. nach einem Herzinfarkt
  • Erforderliche Schutzimpfungen; Malariaprophylaxe
  • Medikation bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes
  • Reiseapotheke
  • Dauermedikation

Impfungen erfordern eine gewisse Vorlaufzeit. Ein Immunschutz kann nie garantiert werden, aber die Wahrscheinlichkeit für eine Immunität wird dadurch erhöht. Einige Beispiele für Impfschemata:

  • Hepatits B Impfung: 3Impfungen: 0-1Monat-6 Monate (Schnellimmunisierung 0-7-21 Tage u. nach 12 Monaten)
  • Hepatitis A: 2Impfungen: 0-6Monate (Schnellimmunisierung bis 1Tag vor Abreise u. nach 6Monaten)
  • Tollwutimpfung: 3Impfungen: Tag 0-7-21 vor der Abreise

Neben den Impfungen zur Hepatitis stehen allgemeine Schutzmaßnahmen im Vordergrund. Die häufigste Reiseerkrankung ist der Durchfall.

  • Peel it, boil it, cook it or forget it!
  • Safer sex
  • Trinkwasserhygiene (Entkeimung, Filterung)
  • Offene Getränke (auch alkoholhaltige) können auch durch verunreinigtes Wasser gestreckt sein

Mückenschutz für Geschäftsreisende


Mücken können bei Auslandsreisen in bestimmten Gebieten Krankheiten übertragen wie z.B. Malaria, Dengue Fieber, Chikungaya-Fieber, Zika-Virus. Deshalb ist die sogenannte „Expositionsprophylaxe“ wichtig. Wer es vermeidet gestochen zu werden, kann somit sein Risiko für eine Infektion senken. Somit stehen geeignete Basis-Schutzmaßnahmen immer im Vordergrund. In Malariagebieten ist zusätzlich noch ein geeignetes Standby- / Chemoprophylaxe Medikament empfohlen. Hierzu ist eine individuelle ärztliche Beratung vor Antritt der Reise notwendig, damit das individuelle Risiko ermittelt wird und zu adäquaten Schutzmaßnahmen beraten werden kann. Immer zu beachten sind mögliche Interaktionen mit Regelmedikationen, Unverträglichkeiten oder Schwangeschaft.

  • Alle fieberhaften Erkrankungen die mehr als 7 Tage nach einer möglichen Infektion mit dem Malariaerreger auftreten sind zunächst einmal malariaverdächtig. Eine ärztliche Abklärung ist in diesen Fällen indiziert.
  • Bei der Standby oder Notfallselbsttherapie soll bei Auftreten von möglichen Malariasymptomen ein Arzt aufgesucht werden. Falls dies nicht möglich ist kann das Malariamedikament nach den Herstellerangaben eingenommen werden.
  • Bei der Chemoprophylaxe ist die kontinuierliche Einnahme des Malariamedikaments vor, während und nach dem Aufenthalt in einem Risikogebiet angezeigt.

Geeignete nicht-medikamentöse Schutzmaßnahmen sind:

  • Adäquate Kleidung: Diese sollte langärmelig und langbeinig, dick oder dicht gewebt u. möglichst geschlossen sein. Alternativ kann dünnes Gewebe mit Permethrin imprägniert werden (z.B. NoBite Kleidungsspray – bitte beachten Sie hierzu die Produktinformationen). Auf dem Markt ist auch bereits imprägnierte Kleidung erhältlich. Helle Kleidung ist von Vorteil, da viele Mückenarten von dunkler Kleidung angezogen werden.
  • Repellentien zum Auftragen auf die (-nicht bedeckte) Haut: Für Tropenreisende wird DEET in einer Konzentration von mindestens 30% empfohlen, jedoch nicht auf empfindliche oder geschädigte Haut auftragen. Bitte Schleimhautkontakt vermeiden. Präparate Beispiele wären: Nobite Haut, Care Plus, Azarone Jungle Spray, Antibrumm forte. Achtung: DEET kann Plastik anlösen, z.B. in Uhren oder Sonnenbrillen. Das Repellent muß regelmäßig neu aufgetragen werden z.B. beim Schwitzen oder nach Wasserkontakt beim Waschen, Baden, nach Regen etc..
  • Räumlichkeiten: Klimatisierte Räume bieten guten Schutz vor Stechmücken, es ist auf eine rechtzeitige Inbetriebnahme der Klimaanlage zu achten. Falls nicht vorhanden bzw. als zusätzlichen Schutz sind Moskitonetze empfehlenswert (Nylon oder Polyesterfasern sind leichter als Baumwolle und halten länger; die Lochgröße sollte zwischen 1,2 und 1,5mm liegen. Durch eine Imprägnierung mit Permethrin wird die Effektivität deutlich erhöht.
  • In Malariagebieten sollte zusätzlich eine Chemoprophylaxe mit Anti-Malaria-Medikamenten und einer sogenannten Stand-by-Prophylaxe (Mitnahme eines Notfall-Medikamentes) vorgenommen werden. Hier ist eine individuelle Beratung unerlässlich.

Hilfreiche Internetadressen: Auswärtiges Amt – RKI – Tropenmedizinisches Institut – WHO (Links durch klicken)

Damit Sie entspannt Ihre Reise genießen können, bieten wir eine medizinische Reiseapotheke für Mitarbeiter-innen an. Dies erfolgt im Regelfall in enger Absprache mit Ihrem Arbeitgeber, da dieser in der Regel die Kosten übernimmt. Eine allgemeine Unterweisung und Beratung ist sinnvoll.

Der Datenschutz bezüglich Ihrer Gesundheitssituation sowie evtl. medizinischer Beratungsinhalte vor Ausgabe einer Reiseapotheke unterliegt der medizinischen Schweigepflicht.

Es ist wichtig, die Reiseapotheke präventiv auf Ihre Destination sowie auf Ihre Gesundheitsrisiken abzustimmen.

Noch Fragen?

Wir freuen uns auf Sie!


Nehmen Sie Kontakt zu uns auf

Was können wir für Sie tun?


Wir freuen uns auf Ihre Anfrage! Ihr Team von GesundArbeiten

ChIJPb1PfvZ1nkcRghTuYcu_1f0